WER FORTUNA TROTZT
Ein antikes Roadmovie
Saarland - Donnersberg/Pfalz - Eifel - Köln sind die Schauplätze
dieses Romans über das Schicksal zweier Brüder, das die
Glücksgöttin Fortuna fatal miteinander verknüpft:
Das Glück des Einen heißt Unglück für den Anderen
... Und nur wer Fortuna trotzt, hat eine Chance
448 Seiten, Grafit Verlag, Mai 2010
ISBN-10: 3894256125
ISBN-13: 978-3894256128
Inhalt
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Inhalt
Im Frühling des Jahres 192 tritt der junge Bergbaucurator
Felix sein Amt als Bergbaucurator an. Im Auftrag des Kaisers soll
er Bergwerke in der Belgica und den beiden Germanien überprüfen.
Kaum ist Felix vor Ort, kommt es zu einem Unfall,
ein Mann fällt in einen Schacht. Bei dessen Rettung gerät
Felix selbst in Gefahr, nur knapp überlebt er einen Bergsturz.
Zwar kann er sich retten, doch muss er erfahren, dass er als Mörder
des Verunglückten gilt. Und er erkennt, jemand trachtet ihm
nach dem Leben, denn der Einsturz war bewusst herbeigeführt
worden.
Mit Hilfe des Sklaven Ateius kann er fliehen. Die beiden machen
sich auf den Weg nach Köln, in die Colonia Claudia Ara Agrippinensium.
Dort lebt Felix' Onkel Iulius, von dem er sich Hilfe erhofft.
Der Weg führt ihn von den Gruben am heutigen Donnersberg
in der Pfalz über Mainz und Koblenz quer durch die Eifel
in die Provinzhauptstadt Niedergermaniens. Doch jemand scheint
ihnen auf den Fersen zu sein. Und Felix muss sich fragen: Kann
er dem Sklaven Ateius trauen?
In der Agrippinensis hegt Felix' Bruder Victor derweil andere
Pläne. Er frönt dem Spiel und diese Neigung bringt ihn
nicht nur in finanzielle Schwierigkeiten. Zudem stellt seine Frau
Lavinia hohe Erwartungen an ihn, und die kann und will Victor
auf keinen Fall enttäuschen. Als der reiche Onkel stirbt
und das Erbe wartet, scheinen Victors Sorgen auf einen Schlag
gelöst.
Die Göttin Fortuna, Herrin des Glücks,
hat das Schicksal der Brüder Felix und Victor unlösbar
verknüpft - des einen Aufstieg bedeutet des anderen Untergang.
Beide müssen erfahren, welch wankelmütige Göttin
Fortuna ist.
(Grafit-Verlag)

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Leseprobe - Wer Fortuna trotzt
Kapitel I
Das Omen
Provinz Belgica, Bergbaurevier nahe Sarabriga an
der gallischen Grenze,
10. Juni 192
Auf dem Weg zu den Stollen schlug Felix das Herz
bis zum Hals. Mehr denn je spürte er heute die Verantwortung
auf sich lasten. Welcher Dämon hatte ihn nur gepackt, Onkel
Iulius zu bitten, für ihn ein Wort bei Kaiser Commodus einzulegen?
Aber hätte er ahnen können, dass Commodus ihn gleich als
Curator Metallis in den beiden Germanien und der Belgica einsetzen
würde? Im Auftrag des Kaisers Anzeigen über Verstöße
gegen das Bergbaugesetz nachzugehen war keine Aufgabe, mit der man
sich Freunde machte, nicht bei den Pächtern und schon gar nicht
bei den lokalen Procuratoren.
Felix lief die schmale Terrasse am Berghang entlang und blickte
über das Tal. Es war noch früh und er genoss diesen Moment
der Ruhe. Das silberne Band des Flusses zeichnete sich unter dem
Dunst der Morgensonne ab. War das da hinten wohl schon Gallien?
Das Unbehagen ließ sich nicht vertreiben. Die Götter
mochten wissen, was heute mit ihm los war, bisher war doch alles
vorbildlich gelaufen. Und der Pächter hier, Emilianus, war
ein alter Bekannter aus der Agrippinensis, warum also sorgte er
sich? Felix kannte Emilianus als verantwortungsbewusst und rechtschaffen,
erwartungsgemäß war die Kontrolle der Einrichtungen über
Tage zufriedenstellend ausgefallen. Nur Versäumnisse bei der
Lagerhaltung hatten Grund zu einer Beanstandung gegeben, aber die
würde Emilianus sicher zügig beheben. Mochte die Prüfung
unter Tage nur weiter so problemlos verlaufen. Es wäre es keine
Freude, gerade bei einem guten Bekannten schwerwiegende Unregelmäßigkeiten
festzustellen.
Schließlich war die Versuchung groß, es ging um ansehnliche
Beträge. Und damit die stetig in die kaiserliche Kasse flossen,
ließ Kaiser Commodus nicht nur Fördermenge und Pachtdokumente
kontrollieren, sondern auch die Sicherheit der Bergwerke. Rom sollte
keine Einbußen erleiden, weil Stollen einbrachen und die Förderung
der Bodenschätze zum Erliegen kam.
Es war eine große Verantwortung, die Felix da trug. Zudem
machte ihm das halbe Dutzend Männer, das ihm unterstand, das
Leben schwer. Alle waren seit Jahren dabei und machten keinen Hehl
daraus, dass sie ihn für zu unerfahren hielten. Vor allem sein
Stellvertreter Quintulus hielt mit seiner Meinung nicht hinter dem
Berg, strebte wohl selbst nach seinem Posten. Gerade heute war es
Felix sehr recht, dass Quintulus und die anderen schon das nächste
Revier erkundeten.
Felix straffte den Rücken. Sein Blick strich über den
Horizont, er konnte sich nicht losreißen. Eine Windboe wirbelte
ihm eine Haarsträhne ins Gesicht. Irgendwo dort in dem Morgennebel
musste die gallische Hauptstadt Divodurum liegen, eine Metropole,
wie es hieß.
Rauchsäulen, Höfe, bestellte Felder erstreckten sich zu
seinen Füßen, Zeugen der Zivilisation; Wälder, Wiesen
im fernen Dunst, bildgewordenes Hirtengedicht.
Hier am Hang, vor und neben ihm, zeigte die Zivilisation ein anderes
Gesicht. Stümpfe abgeholzter Bäume, rauchende Meiler und
Schmelzöfen, niedrige Hütten, Schuppen, Materiallager,
Berge von Abraum und Schlacken. Felix sah Rom vor sich, die Villen
und Wandgemälde, Brunnen und Thermen, Bronzestatuen, Geschirr
und natürlich Waffen
All das gäbe es nicht ohne
Siedlungen wie diese. Er war stolz darauf, zu Wohlstand und Sicherheit
des Reiches beitragen zu können. Onkel Iulius sollte es nicht
bereuen, sich für ihn eingesetzt zu haben. Hoffentlich würde
Felix ihm seine Wohltaten einmal vergelten können.
"Salve Curator!"
Die Arbeiter musterten ihn im Vorübergehen, steckten die Köpfe
zusammen. Felix war sich bewusst, dass auch sie ihn für zu
jung für seine Aufgabe hielten. Er wandte sich um, wenige Schritte
vor ihm öffnete sich das Mundloch des ersten Stollens. In einer
Nische über dem sauber gemauerten Zugang wachte der Genius
des Bergwerks über die Ein- und Ausgehenden. Ein Holzschild
neben dem Eingang wies Emilianus als Pächter aus, der den Betrieb
an den Nonen des Martius in Betrieb genommen hatte.
Felix zückte seine Wachstafel und trat in den Stollen. Ein
feuchter, felsiger Geruch wehte ihn an, sofort fühlte er sich
besser. Dieser Geruch, die Dunkelheit, sogar die Enge der Stollen
waren ihm von Kindheit an vertraut. Dass sie Gefahren bargen, wusste
er.
Unter einem Schacht blieb er stehen. Ein Luftzug strich ihm über
das Gesicht als er nach oben schaute und den Lichtkreis in gut dreißig
Fuß Höhe ins Auge fasste, in dem ein Förderkorb
schaukelte. Aus dem Stollen hinter ihm drang der übliche Arbeitslärm,
das Hämmern von Metall auf Stein, wiederhallende Stimmen.
Er wandte sich wieder dem Stollen zu und notierte sein Ergebnis:
Beleuchtung ausreichend, Höhe und Breite ebenfalls, Entwässerung
ordnungsgemäß in Rinnen seitlich der Sohle, der Ausbau
des Stollens aus Lerchenholz, Verzimmerung sachkundig.
Wie sah es mit den Stützen aus? Feix hob seine Fackel, leuchtete
den Holzpfosten von oben bis unten ab, klopfte an ihm, horchte auf
den Widerhall. Alles war so, wie es sein sollte. Fest verkeilt würde
der Balken noch eine Ewigkeit hier stehen und den Fels zu ihren
Häuptern stützen.
Er lauschte, etwas da oben irritierte ihn, ein feines Geräusch,
von dem Schaben und Kratzen, Klopfen und Knirschen ringsum fast
übertönt. So war es auch nur ein Gefühl, das ihn
vortreten und erneut den Bewetterungsschacht hinaufsehen ließ,
der gleichzeitig zur Förderung des Kupfererzes diente. Dort
oben, in lichter Höhe, schaukelte noch immer der Förderkorb.
Seinen trägen Bewegungen nach zu urteilen, war er voll und
schwer, warum holten die Arbeiter ihn nicht endlich ein? Gab es
Schwierigkeiten? Hoffentlich hatten Emilianus' Leute die beschädigte
Haspel inzwischen repariert oder wenigstens die Seile ausgetauscht,
die schon ganz verschlissen gewesen waren. Felix hatte den Pächter
über die Lässlichkeit in Kenntnis setzen lassen.
Wieder dieses Geräusch, es ließ Felix in den Stollen
zurücktreten. Nach dem Blick in die helle Öffnung des
Schachtes dauerte es einen Augenblick, bis sich seine Augen an das
matte Licht der Öllämpchen gewöhnt hatten. So erahnte
er Publicus zunächst nur, als der sich ihm aus der Tiefe des
Stollens näherte.
"Ist da oben etwas nicht in Ordnung?" Der Vorarbeiter
trat in den diffusen Lichtstrahl, stemmte die Hände in die
Seiten und schaute hoch.
Im nächsten Moment nahm Felix ein Sirren wahr, Steine kollerten
auf den Boden, schlugen ihm gegen die Beine. Ein Schrei gellte in
Felix' Ohren. Krachen, Poltern, er streckte seinen Arm nach Publicus
aus - und griff ins Leere.
Publicus lag reglos vor Felix' Füßen. Eine Staubwolke
waberte durch den Stollen, die Öllampchen ringsum waren erloschen,
es herrschte eine Finsternis wie im Orcus.
Felix stand wie gelähmt.
Schritte kamen näher, Husten, Kettenklirren, Fackelschein.
Das mussten die Sklaven sein, die den Abraum in die Weitung geschaufelt
hatten. Sie waren dem Schacht am nächsten gewesen.
Felix würgte keuchend den Staub aus der Kehle, schluckte den
bitteren Geschmack hinunter, der ihm den Hals hinaufdrängte.
Hätte er vorhin die Haspel, die Seile kontrolliert, statt seinen
Gedanken nachzuhängen, wäre Publicus dieses Unglück
womöglich erspart geblieben. Es war seine Schuld, wenn

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Presse
FOCUS online
Klüngel in Colonia
Ganz weit zurück ins Köln des Jahres 192
geht Ilka Stitz in ihrem historischen Kriminalroman. Die Probleme
ihrer Helden sind allerdings recht gegenwärtig.
Gaius Iulius Victor hat nicht nur fast sein ganzes Geld beim Würfeln
verzockt, er weiß auch nicht, woher er neues bekommen soll.
Peinlich für einen Mitarbeiter aus dem Stab des römischen
Statthalters in Colonia Claudia Ara Agrippinensium, und doppelt
peinlich für seine Gattin Lavinia, eine Art antikes Partyluder,
dass sie jede Sesterze doppelt umdrehen muss, wo sie die Denare
doch lieber mit vollen Händen für Gold, Gelage oder Geschmeide
aus dem Fenster werfen würde.
Wir befinden uns in Germania Inferior des Jahres 192, die Statthalter
von Colonia, Bonna (Bonn) und Rigomagus (Remagen) bewachen die nördlichen
Provinzen des Reiches von Kaiser Commodus. Sozusagen den Außenposten
der Zivilisation an der Grenze zu Germania Magna, dem Dunkeldeutschland
der Antike: Endlos reitet man unter dichten Baumkronen hindurch,
so dass selbst bei Sonnenschein nur Dämmerlicht herrscht, tagelang
kann man unterwegs sein und trifft doch kaum auf einen Menschen.
Und wo keine Bäume stehen, ist Sumpf oder Moor.
Kein Vergleich zum fortschrittlichen Leben auf der anderen Seite
des Rheins (Wir erinnern uns: Rhenus fluvius est). Hier
hat römische Ingenieurskunst die Eifelwasserleitung geschaffen
und hier betreibt man hoch entwickelten Metallbergbau in der Provinz
Belgica.
Auf Sandalen durch die Eifel
Dort ist als Bergwerks-Curator des Kaisers gerade Victors Bruder
Felix unterwegs. Während er die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften
in den Stollen und Schächten kontrolliert, hat er keine Ahnung
von der Intrige, die zur gleichen Zeit in Colonia von Victor gegen
ihn geschmiedet wird, nachdem Lavinia ihm eingeredet hat, Felix
habe sich ihr ... nun ja: unangemessen genähert. Dass dann
auch noch der Onkel der beiden ungleichen Brüder unter mysteriösen
Umständen stirbt und es ein Erbe zu verteilen gilt, mit dem
Victor und Lavinia ihre Geldprobleme ein für alle Mal lösen
könnten, macht die Lage brisant.
Dass Felix plötzlich auf seiner Inspektionstour in Verdacht
gerät, einen Reisenden ermordet zu haben, der in einen Bergwerksschacht
gestürzt war, kommt für ihn ebenso überraschend wie
die Tatsache, dass er nur knapp aus einem einstürzenden Stollen
entkommt und plötzlich mit seinem Lebensretter, dem Sklaven
Ateius, auf der Flucht ist. Den Weg von Felix und Ateius, dem mysteriösen
Ex-Legionär und Gladiator quer durch die wildromantische Eifel
nach Köln, wo Felix Aufklärung erwartet, inszeniert Ilka
Stitz in ihrem Roman Wer Fortuna trotzt als antikes
Roadmovie immer wieder geraten Felix und Ateius in Gefahr,
müssen sich neu orientieren, lernen sich der römische
Curator und der Sklave besser kennen und verstehen.
Angenehm entschleunigtes Abenteuer
Das alles erzählt Ilka Stitz mit einer dem Sujet absolut angemessenen
Entschleunigung und verbindet dabei viel historisches Ambiente aus
der römischen Besatzungszeit des Rheinlands mit einer Kriminalstory,
die ganz den Umständen und der Zeit angemessen eher handfest
daherkommt, was enorm zur Glaubwürdigkeit der Geschichte beiträgt.
Dazu sorgt noch eine ordentliche Portion Sandalenkino für richtige
Abenteuerstimmung oder die Lust, sich auch selbst einmal
auf eine Entdeckungstour zu den Resten der Römer im Rheinland
zu machen.
Die politischen und gesellschaftlichen Ränke, die Bruder Victor
unterdessen in Colonia schmiedet, zeigen dagegen deutliche Züge
aktuellen Klüngels: Angefangen von politischen Intrigen gegen
Kaiser Commodus über diskret angebahnte Geschäfte mit
germanischem Blondhaar für die Perücken reicher Römerinnen
bis hin zu aalglatten Anwälten, die jeden vertreten, solange
es ihnen nur Geld bringt das kölsche Grundgesetz Man
kennt sich, man hilft sich galt offenbar auch schon in der
Antike. Oder zumindest behauptet das die Autorin mit einem Augenzwinkern
schließlich lebt sie in Köln.
Reinhard Jahn
Link zum Artikel hier
Schreiblust.de:
Colonia Claudia Ara Agrippinensium im 192. Jahrhundert nach Christus:
Curator Felix ist wenig begeistert, als er sein ruhiges Leben in
der Stadt gegen ein Bergwerk an der gallischen Grenze eintauschen
muss. Hier soll er die Sicherheit der Stollen und der Arbeit beurteilen,
wird jedoch unfreiwillig in turbulente Ereignisse hineingezogen.
Ein Mann stürzt in die Grube und schon bald breitet sich das
Gerücht aus, dass dieser nicht gefallen, sondern gestoßen
wurde. Bei dem Mann handelt es sich, das finden kurze Ermittlungen
bereits heraus, um den Berater von Felix Onkel, was Felix
unter unabwendbaren Tatverdacht bringt. Felix taucht unter, um den
Anschuldigungen für den Anfang zu entgehen und den Fall auf
eigene Faust zu lösen. Doch auf seinem Weg in die Colonia muss
er erfahren, dass auch sein Onkel Julius nicht mehr unter den Lebenden
weilt. Hat sein Bruder Victor etwas mit der Sache zu tun?
Zum dritten Mal begibt sich Ilka Stitz mit einem ihrer Romane in
die Antike und begleitet die Auflösung eines spannenden Kriminalfalles.
Schauplätze sind das Köln der Antike, damals noch Colonia
Claudia Ara Agrippinensium genannt und ein Bergwerk, das ebenfalls
in Germanien liegt und in dem Protagonist Felix Arbeiten zu überwachen
hat.
Die Geschichte ist geschickt aufgebaut, macht mit einem zu Beginn
noch nicht recht verständlichen Prolog, der im weiteren Verlauf
nur allzu deutlich Konturen annimmt, neugierig und entfaltet dann
mit Ruhe, aber auch der nötigen Spannung die Geschichte rund
um die Todesfälle von Theophilus, dem Berater, und Julius.
Besonders die Leser und Leserinnen von historischen Romanen, die
nicht gleichzeitig auch Krimis und Thriller mögen, geht diese
Rechnung auf. »Wer Fortuna trotzt« bietet sich zum Mitraten
an und die Figuren sind in einen guten Zusammenhang miteinander
gestellt. So spürt man gleich zu Beginn, dass eigentlich niemand
anderes als Victor der Täter bzw. der Auftraggeber für
die Morde sein kann. Mit jeder weiteren Seite allerdings bröckelt
auch Felix Alibi und er gerät ins Kreuzfeuer der Zweifel,
genau so wie es auch bei einigen Nebenfiguren der Fall ist. Letztlich
könnte jeder die Männer oder einen von ihnen umgebracht
haben und davon lebt die Geschichte.
Der historische Kontext wirkt angemessen recherchiert, spielt allerdings
eher eine Nebenrolle. Wichtig bleibt jedoch, dass der Roman in Germanien
spielt, um das Leben der dort niedergelassenen Römer zum Ausdruck
zu bringen, allein die genaue Jahreszahl scheint austauschbar. Das
römische Leben in Saus und Braus wird in den einzelnen
Kapiteln, besonders in der Person des Victors und seiner Frau deutlich.
Äußerlich runden Karten der Schauplätze, eine Personenübersicht
und ein Sachregister zu fremd klingenden Begriffen den Gesamteindruck
ab.
Angenehme Unterhaltung fernab der Mittelalterschwemme, gradlinig
erzählt, klischeefrei und gut aufgebaut.
Janine Gimbel
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